Glücklich im Beruf Beitragsbild

Ein etwas anderer Artikel. Glück im Beruf zu finden ist eine Sache der Einstellung.

Edutainment
Lehrer der Gamification im Unterricht anwendet

Ich habe glaube ich in meinem Leben so gut wie jede Form des Lernens an den Kopf geworfen bekommen. Aber nur selten ist dabei gefühlt etwas kleben geblieben. Mit einem flauen Gefühl denke ich an die frühen Jahre an der weiterführenden Schule zurück, in denen wir „Lernen lernen“ oder wie es noch gleich hieß gemacht haben. Soweit ich mir erinnere ging es zu einem großen Teil darum, schneller lesen zu lernen. In späteren Jahren gequält mit teilweise wirklich grauenhaften Büchern (Mein Lieblingsbeispiel ist „Kassandra“ von Christa Wolf. Ich habe es bis heute nicht zuende lesen können). In so gut wie allen Fällen erinnern wir uns an das Lernen in der Schule nicht im positivsten Kontext. Dabei muss ich mit meinen 30 Jahren Erfahrung in der Sache sagen, dass es gar nicht so sein muss. Lernen – ob in der Schule oder im Alltag – kann in der Tat Spaß machen. Das hat mir einerseits das Internet, aber vor allen Dingen mein Bruder beigebracht. Als ganzheitliches Konzept nennt sich das dann Edutainment – Lernen, das Spaß macht.

Was ist Edutainment?

Es ist unschwer zu erkennen, dass das Wort aus Education und Entertainment zusammengesetzt ist und so viel bedeutet wie `Lernen, das Spaß macht, unterhaltsam ist´. Im Gegensatz zu der Behauptung “Lernen macht Spaß” signalisiert der Begriff Edutainment, dass ein Programm dahintersteht. Dabei versucht der Lehrende die Lerninhalte in einen spielerischen Kontext zu bringen. Der Effekt: Die Lernenden haben Spaß, sind aufnahmefähiger und nehmen am Unterricht teil. Edutainment wird in Schulen, an Unis und auch im Marketing in unterschiedlicher Ausprägung eingesetzt. Auch das derzeit sehr beliebte Prinzip der ‚Gamification‘ gehört zu diesem Oberbegriff. Dabei werden Spiele eingesetzt, um Kunden zu gewinnen, zu halten oder zu informieren. Ein gutes Beispiel ist die Telekom. Ich bekam letztens eine Push-Nachricht, ich könne mir Boni und Gewinne ergattern, wenn ich in der „Mein Magenta“ App einige Fragen beantworte. Dabei wird man ein wenig gebrainwashed mit Telekom Serviceinformationen (wie man wo Informationen einholen kann, was die Telekom alles bietet etc.) und beantwortet dann Multiple-Choice Fragen. Alles, um einen Preis zu gewinnen, den ich mittlerweile wieder vergessen habe. Natürlich habe ich ihn auch nicht gewonnen.

Edutainment

Da ich für diesen Beitrag auch ein wenig Recherche gemacht habe, möchte ich ein paar Dinge klarstellen: Edutainment ist keineswegs bereits dadurch gegeben, dass ein Lerninhalt Webbasiert ist oder auf einem Tablet aufgerufen wird. Sorry, so einfach ist es nicht. Man mag es so verkaufen wollen, aber am Ende des Tages will man doch das Ziel erreichen, nützliche Inhalte zu vermitteln – auf einem spielerischen Weg. Edutainment kann sogar komplett ohne digitale Hilfsmittel erreicht werden. Es ist nämlich nicht das Medium, sondern die Umsetzung, die den Kohl fett macht.

Beispiele für Edutainment – Lernen das Spaß macht

Ich möchte nicht von Dingen sprechen, die ich nicht kenne. Also halte ich mich hier an den Dingen fest, mit denen ich Erfahrungen gemacht habe. Das ist einerseits meine persönliche Lernerfahrung im Alltag und andererseits das was mein Bruder als Lehrer macht.

Edutainment im Alltag

Überhaupt auf die Idee für diesen Beitrag bin ich komplett zufällig gekommen. Mir wurde über Neujahr so eine Gesichtsmaske in die Hand – und dann ins Gesicht – gedrückt. Ihr kennt sie bestimmt: Sie sind pechschwarz und die Grundlage vieler sehr schmerzhaft-amüsanter YouTube Videos. Ich hatte tatsächlich überlegt, ob man darüber mal schreiben soll. Also habe ich ein wenig recherchiert und siehe da: Die Meinungen gehen auseinander wie zwei gleichpolige Magneten. Dabei bin ich auf ein YouTube Video gestoßen, das mir die Sache wissenschaftlich erklären sollte. Darin erklärte eine freundliche und offensichtlich gebildete Frau die chemischen Hintergründe bezüglich Aktivkohle (Hauptbestandteil und Grund für die schwarze Färbung der Maske). Wie das so immer ist wurde aus einem YouTube Video so etwas wie ein Filmeabend. Das Video gibt es übrigens hier zu sehen:

Interessant an diesem Kanal finde ich, dass dort eine Vielzahl an Alltagsthemen und insbesondere Meinungen behandelt werden und die Autorin auch Vorurteile meinerseits zerschlagen hat. Und wer bin ich, dass ich behaupte, ich wisse es besser als die Wissenschaft? Vom Placebo-Effekt über „Milch ist Gift“ bis hin zu der Wahrheit über Süßstoff gibt es unzählige Videos, die auf witzigem und interessanten Weg Informationen vermitteln. Wäre mir damals in der Schule so Wissen vermittelt worden, wäre ich heute bestimmt um einiges klüger.

Der weiche Kern unter der harten Schale ist, dass es im Alltag Mittel und Wege gibt, sich (weiter) zu bilden und dabei Spaß zu haben. Neben MaiLab gibt es auch zahlreiche andere Kanäle, bei denen Wissen interessant vermittelt wird – Für Kinder und Erwachsene. So zum Beispiel „MrWissen2Go“ oder „Dinge Erklärt – kurz gesagt“. Sie nehmen allgemeine oder aktuelle Themen und versuchen, diese in „Bite Size“ – also so kurz und knackig wie möglich – zu vermitteln.

Edutainment in der Schule

Edutainment in der Schule: Kind lernt mit iPad

Warum gibt es immer noch so viele `Schulmuffel´ bis hin zum Schulversager? Warum bleiben so viele Menschen beruflich unter ihren Möglichkeiten statt durch Weiterbildung eine Position zu erreichen, die sie mehr befriedigt? Wie oft habe ich den Satz gehört und selbst gedacht: “Schule?! Nie wieder – da bleibe ich doch lieber, wo ich bin”?

Ich kann leider keinen direkten – aktuellen – Vergleich in diesem Bereich geben. Ich bin nicht mehr in der Schule und habe auch kein Kind in der Schule. Dazu kommt, dass es ohnehin so gut wie unmöglich ist, auf so kleiner Skala Vergleiche zu ziehen. Was in einer Schule passiert, kann auf einer anderen ganz anders aussehen. Schließlich sind es die Lehrer, die das Wissen vermitteln. Die Bücher und Materialien sind lediglich unterstützende Werkzeuge. Dennoch sind sie wichtig und genau das ist ein großes Problem.

Die Motivation

Das Problem in der Schule ist meines Erachtens erstmal, dass man ein Angebot hat, auf das die Nachfrage recht gering ist. Die Schüler müssen erstmal verstehen, wofür sie die Inhalte brauchen, damit sie dafür offen sind. Das ist dasselbe Prinzip, das im Marketing seit Jahrzehnten angewandt wird: Nachfrage schaffen. Wusstet ihr, dass ihr das neue Shampoo (oder das Kleid, die Zahnbürste, das Auto, das Handy, etc.) brauchtet, bevor ihr die Werbung dazu gesehen habt? Es muss den Lernenden erstmal gezeigt werden, dass sie den Lernstoff brauchen, bzw. brauchen werden, damit sie sich auch darauf einlassen wollen und nicht mit Informationen regelrecht verprügelt werden, in der Hoffnung, es bleibt etwas haften.

Die Methoden und Mittel

Schaut man mal in die Mathematik- oder Geschichtsbücher, findet man nichts Besseres als vor 20 Jahren. Während der Lernstoff größtenteils inhaltlich gleich bleibt, hat sich leider auch an der Methodik nichts geändert. Es ist trocken, überkompliziert und nicht anschaulich.

Überhaupt erinnere ich mich besonders gut an eins meiner ersten Englisch Bücher und die damit verbundenen Qualen. Ich schätze ich war in der 6. oder 7. Klasse und Kapitel 2 des Buches handelte ausschließlich von Aliens und UFOs. Da mag man heute schmunzeln und denken „das ist aber ein interessantes Thema“… Ich habe aber bis heute keinen guten Anlass gefunden, mit einem Engländer – oder irgendjemand anderem – über UFOs und Außerirdische zu sprechen und das wochenlang geübte „extraterrestrial“ in den Raum zu werfen. Der Sinn dieser Lektion? Ich überlege bis heute. Der Spaßfaktor? Naja, nach der zweiten Stunde unendlicher Wiederholung besagten Wortes war der ohnehin schon mangelnde Spaß auch verflogen. Dass in meiner Klasse bis zu dem Tag noch niemand wusste, wie am Tisch nach der Butter fragt, tut mir im Herzen weh. Die Lektion mit den Frühstückszutaten und Tischmanieren kam ungefähr ein Jahr später.

Was ich sagen will ist, dass die Schulbücher (zum Teil) einfach nicht gut sind. Das hat sich auch mit der Zeit nicht geändert (erschreckenderweise kommen regelmäßig neue Bücher heraus, die genauso schlimm sind). Mein Bruder (Lehrer an einer Geasmtschule für Mathe und GL) sieht jeden Tag solchen Unsinn und bemüht sich deshalb darum, selbst Materialien zusammenzustellen. Das klingt einfacher als es ist. Ich war selbst Vertreter der Neider, die das Lehramt als mehr Urlaub als Arbeitszeit angesehen haben (selbst aber weiß Gott nicht mit Kindern wie sich selbst damals arbeiten wollen würde). Aber wenn ich mir anschaue, welche Arbeit er in seine Escape Spiele, praktisches Lernen und neue Lehrmaterialien steckt, bekommt der Begriff Workaholic eine neuen Umfang.

Person versunken hinter einem Stapel Schulbüchern

Ja, richtig gelesen: Er macht Escape Spiele. In Mathe zum Beispiel beinhaltet das die praktische Umsetzung des Gelernten, um am Ende gemeinsam im Team einen Preis zu erhalten oder eben als Klasse auf ein Ziel hinzusteben. Zu Ostern musste eine seiner Klassen den Osterhasen befreien. Ein Preis für seine Klasse war bei einem anderen Spiel, dass sie ihre eigene Klassen-Flagge bekamen, die sie dann stolz beim Schullauf schwenken durften.

Eine kurze Erklärung dazu: Im Fall meines Bruder hatte er an einer Schule eine integrative 5. Klasse. Diese bestand aus insgesamt 35 Schülern aus 17 Nationen. Einige Schüler sprachen kaum Deutsch, andere waren noch nicht einmal im eigenen Herkunftsland alphabetisiert. Lehren und Lernen ist in einer solchen Situation nur über Bilder möglich und über Materialien, die Lernziel und Handlungsanweisungen in sich tragen, die also selbsterklärend sind (Bsp.: Schablone für Herstellung eines Würfels). Diese wurden natürlich nicht gestellt, sondern von ihm zusammengetragen.
Mein Bruder hatte damit Erfolg. Die Schüler kamen gerne zu seinem Unterricht und gelernt haben sie auch was. Innovativ ist daran nichts. Die Erkenntnis, wie gründlich und nachhaltig der Lerneffekt ist, wenn Theorie und Praxis ineinandergreifen, lässt duale Studiengänge wie Pilze aus dem Boden schießen.
Für die Schule aber stellt sich die Frage nach den geeigneten Mitteln und dem passenden Einsatz derselben. Es muss und kann nicht jeder Unterricht ein Spiel sein, das man in mühseliger Arbeit vorbereitet hat. Wichtig ist aber, dass es Materialien gibt, die auch effektiv einsetzbar sind.

Materialien und Medien

Medien wurden bereits in meiner Schulzeit eingesetzt. Schob der Lehrer den treuen Fernseher in den Raum, war alle Aufmerksamkeit hinfort. Dass das nicht Ziel des Spiels ist, sollte allen klar sein. Während wir mit einem Film das Entertainment gesichert haben, bleibt die Education auf der Strecke, denn zuhören – geschweige denn aufnehmen – wollte da so gut wie niemand. Ein Bildschirm ersetzt einfach nicht den persönlichen Einsatz des Lehrers. Wir machen es uns zu leicht damit, wenn wir denken, dass gute Bildung – insbesondere bei Kindern – einfach nur über einen Bildschirm stattfinden kann. Edutainment kann man das auch nicht nennen. Es ist auch nicht Faulheit. Es ist einfach Resourcenknappheit.

Die Bücher regen nicht zum Lernen an, sondern schrecken davor eher ab. Sie vermitteln zwar sachlich den Stoff, aber erklären nicht, warum man ihn lernen sollte. Leider trifft das auch viel zu oft auf die Lehrer zu.

Kommen wir zurück auf das Beispiel meines Bruders: Was er macht kostet Zeit und Geld, welches er beides aus eigener Tasche investiert. Gleichzeitig muss er bei den Inhalten immer berücksichtigen, dass er eine integrative Klasse betreut. Heute sind das mitunter ein Trisomie 21 Schüler und mehrere Kinder mit ADS und ADHS, die teils andere Aufgaben oder andere Lehrmethoden brauchen. Ich finde schon den Gedanken, das alles unter einen Hut zu bekommen, schwierig genug. Dabei noch anregende Inhalte gut herüberzubekommen… Das ist ein Lehrer, den ich mir damals gewünscht hätte.

Die Lehrerpersönlichkeit

Vorab möchte ich sagen, dass ich keineswegs nur schlechte Lehrer hatte. Ich hatte eigentlich eine sehr interessante Mischung an Exzentrikern und Cholerikern, Begeisterten und Bemühten, Faulen und Frechen. Ohne den Lateinlehrer, der uns liebenswert immer alle Penner nannte, hätte ich kein Latinum (ob ich es nun brauche oder nicht). Ohne den so gut wie nie anwesenden, desinteressierten und schlichtweg arroganten Geschichtslehrer wüsste ich heute genauso viel wie damals. Ohne den leicht reizbaren Deutschlehrer in der Mittelstufe hätte ich bestimmt schlechtere Reflexe und wüsste einen Schlüsselbund nicht so gefährlich einzuschätzen, wie er wirklich ist. Und ohne meinen witzigen und gutmütigen Mathe-GK Lehrer hätte ich wegen einer zu guten Abi Note in Mathe in die mündliche Prüfung gemusst (ich bin ihm für immer dankbar für den Punktabzug). Es gibt sie alle und sie haben alle in ihrer eigenen Art und Weise ihren Teil getan (außer der Geschichtslehrer; Der hat mich nur gelehrt, dass manche Menschen das falsche Amt bekleiden). Hätten sie es alle besser machen können? Bestimmt. Könnte ich es besser? Bestimmt nicht.

Lehrer haben es heutzutage nicht leicht. Die Aufmerksamkeitsspanne von Kindern (ebenso wie die von Erwachsenen) ist unglaublich kurz. Diese Aufmerksamkeit zu gewinnen bedarf Finesse. Lehrer müssen – um erfolgreich zu sein – gleichzeitig mehrere Rollen einnehmen:

  • Der Motivator: Selbst das trockenste Thema kann interessant sein, wenn dazu ein Bezug geschaffen wird und derjenige, der es übermittelt, von dem Thema überzeugt ist. Hätte ich damals zugehört, wenn meine Lehrerin einfach nur stumpf angesagt hätte “Heute beginnen wir mit dem Thema ‘Die industrielle Revolution in Deutschland'”? Nein. Doch die Kombination aus strahlenden, begeisterten Augen und der Einführung “Leute, jetzt wird es richtig gut, das Thema wird euch gefallen, es wird richtig spannend… Die industrielle Revolution in Deutschland” hat neben einer entrüsteten Stille (Das soll interessant sein?) auch Interesse hervorgebracht. Viele haben allein schon zugehört, um herauszufinden, wieso unsere Lehrerin so begeistert von so einem Thema war. Es muss nicht immer High-Tech sein, um zu wirken.
  • Der Organisator: Als Alleinverantwortlicher für einen Raum voller junger Leute muss man immer den Kopf Überwasser haben. Viele Lehrer – an Schulen wie auch an Unis – sehen Gruppenarbeit wie einen heiligen Gral und glauben, sich dabei die Arbeit zu vereinfachen. Dass ich bis heute wie traumatisiert an dieses “Teamwork” zurückdenke sagt mir, dass es nicht so einfach ist. Die Gruppenarbeit lädt stets dazu ein, dass einzelne Teammitglieder sich bemühen, während andere aus den hart erarbeiteten Vorbereitungen Papierflieger basteln. Als Lehrer trägt man die Verantwortung für den Erfolg der Klasse – vom engagierten bis hin zu demotivierten Schüler. Mit Struktur und Organisation, kombiniert mit Motivation, kommt man voran.
  • Der Kreative: Wie bereits erwähnt sind die Materialien… naja, sagen wir nicht so gut. Es muss nicht jeder Lehrer Escape Rooms planen, aber wenn die Problematik der Inhalte bekannt ist, sollte zumindest unterstützende Arbeit geleistet werden. Sei es eine erklärende Grafik, eine Veranschaulichung des Themas in der Praxis – wichtig ist, dass die Lernenden einen Bezugspunkt finden und, im Idealfall, Spaß am Lernen haben. Mit Edutainment könnten wir bestimmt in vielen Bereichen der Schulen echte Verbesserungen erreichen und den bitteren Beigeschmack des Lernens mit einem Löffelchen Zucker ersetzen. Dieses Edutainment fängt mit der eigenen Motivation an und kann weitergeführt werden mit Materialien, in Form von Spielen oder auch mit Medien.

Die Moral von der Geschichte ist, dass die Grundlagen – die Materialien – nicht zulänglich sind. Wir ändern gefühlt alle halbe Jahre das Schulsystem und die Anzahl der Schuljahre. Stattdessen sollten wir vielleicht mal die Schulbücher aufmachen und daran etwas ändern – TATSÄCHLICH ÄNDERN und nicht aus mir unerklärlichen Gründen neue schlechte Bücher herausbringen. Es kann nicht jeder wie mein Bruder ständig Spiele entwickeln und neue Unterrichtsmaterialien auf eigene Kosten zusammenstellen, nur weil die Bücher Kappes enthalten. Es gibt sie aber, diese Lehrer, die sich ein Bein ausreißen für ihre Schüler. Und ich finde, dafür haben sie unsere Wertschätzung verdient. Mein Bruder ist kein Einzelfall.

Edutainment – Lernen, das Spaß macht

Gute Lehrer schaffen es, den Unterricht so zu gestalten, dass er Spaß macht und bildet

Sei es auf spielerischem Wege oder einfach durch erstklassige Übermittlung; Edutainment ist meiner Meinung nach etwas, das es viel mehr geben sollte. Wir werden tagtäglich von so vielen Informationen und Reizen überflutet, dass es kein Wunder ist, dass es uns schwer fällt, uns auf eine Sache wirklich zu konzentrieren. Gleichzeitig kann ich Kinder verstehen, denen das Lernen in der Schule schwer fällt, wenn ich an einige meiner Lehrer und vor allen Dingen die Lehrmaterialien zurückdenke. Rückblickend kann ich sagen, dass es bereits einen riesigen Unterschied gemacht hat, wenn ein Lehrer seine Inhalte mit Begeisterung übermittelt hat. Da wird sogar die industrielle Revolution in Deutschland zu einem interessanten Thema für 13-jährige.

Aber Bildung hört nie auf. Ich freue mich, Neues zu lernen, merke aber auch, dass ich für trockene und bewusst über-wissenschaftlich geschriebene Texte keine Muße habe. Auch trockene Themen können interessant aufgearbeitet werden. Wenn dabei noch Wert auf die Richtigkeit und die entsprechenden Belege gelegt wird – wie zum Beispiel bei MaiLab – bin ich begeistert und passe gerne mit voller Aufmerksamkeit auf. Als Gegenstück dazu sehe ich übrigens diese unverschämt provozierenden Schlagzeilen, überspitzte Aussagen und dreisten Lügen, die heutzutage gerne überall verbreitet werden. Diese werden sowohl im Edutainment-Format als auch im trockenen Text übermittelt und haben teilweise noch die Dreistigkeit, „wissenschaftliche Texte“ zu zitieren, die entweder nichts ihrer Aussage bestätigen oder nur einen Teil des Gesamten ergeben. Aber das ist ein Thema für einen anderen Tag und einen neuen Beitrag.

Ich hoffe, ihr findet Gefallen an MaiLab und ähnlichen Kanälen und könnt darin Inspiration finden. Denn obwohl diese Inhalte informieren und eine Grundlage schaffen, ist es immer noch Aufgabe eines jeden Einzelnen, sich selbst gut zu informieren und seineeigenen Annahmen und Anschauungen faktisch zu belegen und kritisch zu hinterfragen.

Cheerio,

Anna