Rezension zum online Escape Room Ausgangssperre Titelbild

Wir stecken größtenteils zuhause fest. Das ist gerade so und da lässt sich nicht viel dran machen. Ich persönlich vermisse ganz besonders das Bierchen im Pub, das Freizeitangebot und ganz besonders das Tennis spielen mit Freunden. Gleichzeitig gebe ich zu, dass mich die Krise bestimmt viel weniger beeinträchtigt, als sie es für andere tut. Dennoch merke ich, dass mir die Ideen ausgehen, um mich selbst bei Laune zu halten. Mein Märchenbuch-Projekt hat mich super abgelenkt. Auch mein Balkon und Spiele sind gerade ganz oben an der Tagesordnung. Das merkt natürlich auch Facebook und fing vor ein paar Tagen an, mir mehrfach Werbung für den Online-Escape Room Ausgangssperre zu präsentieren. Als begeisterte Escape-Room Spielerin habe ich mich vom Marketing überzeugen lassen und dachte mir, ich könnte für euch eine Rezension zum online Escape Room Ausgangssperre schreiben.

Notausgang Männchen

Escape Room oder Detektivspiel?

Verkauft wird das Abenteuer als Escape Room. Verständlich, wenn man bedenkt, dass es von einem Escape Room Anbieter angeboten wird. Ohne groß vorab nachzuforschen, dachte ich an einen virtuellen Raum, aus dem man entkommen müsste. Tatsächlich handelt es sich aber mehr um ein Detektivspiel, bei dem man den Tod eines jungen Mannes aufklären soll. Bezogen auf den Titel muss ich also sagen, dass ich etwas enttäuscht war. Aber nur, weil ich etwas anderes bekam, als ich erwartete, heißt das ja nicht direkt, dass das Produkt nicht gut war. Bleiben wir der Form halber beim Begriff Escape Room. Obwohl man nirgends escapen muss.

Preis & Personen

Was ich von gewöhnlichen Escape Rooms kenne ist ein Preis pro Person. Glücklicherweise hat sich der Veranstalter gegen ein solches System entschieden – wahrscheinlich, weil es nicht umsetzbar war, aber der Punkt ist, dass es einen Gesamtpreis von €20 kostet. Theoretisch können unbegrenzt viele Leute teilnehmen, aber die Empfehlung ist 1-6 Personen. Das finde ich realistisch. Tatsächlich finde ich, wie bei gewöhnlichen Escape Rooms auch, dass 6 Personen schon zu viele sind. Das Problem mit zu vielen Teilnehmern ist, dass es schwieriger ist, alle zu koordinieren und man kommt sich gegenseitig in den Weg. Bei Ausgangssperre fällt das aber weniger negativ auf. Man ist schließlich nicht tatsächlich in einem relativ kleinen Raum und hat begrenzt viel Bewegungsfreiraum.

Wenn viele Leute im Blinden tappen

Dennoch gilt für mich das Prinzip „zu viele Köche verderben den Brei“. Da man sich über Skype oder ähnliche Konferenzsoftware verständigt, entsteht leicht Verwirrung und jeder versucht, zu Wort zu kommen. Ich habe den Escape Room mit vier weiteren Leuten gespielt. Zwei befanden sich dabei im selben Raum, weitere zwei in derselben Wohnung an getrennten Geräten. Es kam recht selten zu Kommunikationsproblemen. Wir konnten gut zusammenarbeiten.

Wie es funktioniert

Kauft man sein Ticket für den Escape Room, so erhält man einen Link und ein Passwort. Man kann jederzeit darauf zugreifen und so darf auch etwas dazwischenkommen. Anders als bei einem normalen Escape Room lässt sich der Termin leicht und flexibel verschieben. Die Teilnehmer brauchen lediglich einen Computer mit Internetzugriff.

Wir haben Google Meet benutzt, weil ich damit gute Erfahrungen gemacht habe – bessere als mit Skype. Ich habe also den Link mit dem Passwort an alle Teilnehmer geschickt und einen Termin mit allen ausgesucht. Gemeinsam haben wir dann den Link aufgerufen und angefangen. Während des gesamten Escape Rooms waren wir also per Google Meet miteinander verbunden und konnten uns stets über den Fall austauschen.

Google Meet Screenshot für Rezension zum online Escape Room Ausgangssperre

Man erhält nach der Anmeldung per Link und Passwort Zugang zu den Informationen des Falls. Das bedeutet Dokumente, Links und Fotos. Natürlich will ich hier nicht spoilern! Deshalb gibt es lediglich allgemeine Informationen. Worum aber geht es?

Der Fall

Da wir in Deutschland nichts ohne Moral machen, geht es in dem Fall um eine Gruppe von Leuten, die trotz Ausgangssperre gemeinsam wegfahren. Einer von ihnen stirbt. Jetzt kommt es aber: Es war wohl nicht Corona! Ob es aber Mord, ein Unfall oder einfach ein Unglück war… Das müsst ihr herausfinden. Ihr erhaltet am Anfang eine Menge Informationen zum Fall – vom Blutbild des Toten über Zeugenaussagen bis hin zum Grundriss des Hauses – die euch dabei helfen sollen, den Fall zu lösen. Insbesondere am Anfang gilt es also, sich gut zu organisieren und Aufgaben zu verteilen.

Die Startseite, von der aus der Fall beginnt

Im Laufe des Falls besucht ihr unterschiedliche weitere Webseiten, Facebook und Instagram, um mehr Informationen zu erhalten. Das können etwa 12 Seiten werden, die alle mehr oder weniger relevant sind. Gute Zusammenarbeit und Arbeitsteilung sind die Schlüssel zum Erfolg

Tipps und Tricks

Ohne, dass ich euch die Story verderbe, kann ich euch einige Tipps mit auf den Weg geben. Sehr erfolgreich war unsere Vorgehensweise bezüglich der Informations-Zusammentragung. Wir haben recht früh angefangen, ein Google Sheets Dokument zu erstellen, in dem wir die Namen der Verdächtigen, den Zeitablauf und mögliche Hinweise zu allen Personen zusammengetragen haben. Das hat wirklich enorm dabei geholfen, die vielen Informationen immer auf einen Blick zu haben.

Damit alle Beteiligten auch Zugriff auf neues hatten, haben wir die Links zu den neueren Seiten und Screenshots in unserem Google Sheets und über Meet miteinander geteilt.

Tut mir leid, aber diese Informationen sind geheim

Lasst kein loses Ende bestehen! Wir dachten, alles zu wissen, und haben ein loses Ende als Fehler oder unnötiges Detail angesehen. Dadurch hatten wir ein falsches Ergebnis erreicht und waren verwirrt, als unsere Lösung nicht richtig war.

Rezension & Fazit

Diese Rezension zum online Escape Room Ausgangssperre soll ja neben allgemeiner Informationsquelle eins sein: Eine ehrliche Meinung zu einem möglichen Freizeitangebot in Zeiten von Corona. Was also war gut und was war nicht so gut?

Das nicht so gute

Reißen wir das Pflaster direkt ab: Was nicht so gut war, ist die Informationsmenge. Man wird am Anfang regelrecht erschlagen von langen Texten mit eventuell wichtigen Informationen. Ist man unvorbereitet und rechnet mit einem virtuellen Raum, aus dem man ausbrechen muss, kann das ganz schön überfordernd sein. Man erholt sich aber schnell und findet Mittel und Wege, sich zu organisieren.

Schafft man es nicht, sich mit gemeinsamen Dokumenten zu organisieren, sehe ich eine große Chance dafür, dass reines Chaos ausbricht. Ohne Google Sheets hätte jeder wahrscheinlich mit Stift und Zettel eine Tabelle geführt und es hätte keine Garantie dafür gegeben, dass die Informationen übereinstimmen. Informationen miteinander teilen ist wirklich ungemein wichtig, man sollte es nicht unterschätzen. So angebracht diese Kritik ist, kann man dem Problem aus dem Weg gehen, wie wir das gemacht haben. Ist jeder für einen Teil der Informationen zuständig, kann man Zeit sparen. Schafft man eine zentrale Sammlung von Informationen, auf die alle immer Zugriff haben, kommt man gut durch das Spiel.

Man kann jederzeit den Fall lösen... Doch seid ihr sicher, dass ihr die richtige Lösung habt?

Der berühmte Red Herring… Man denkt, man habe alle Informationen verfolgt und gibt selbstbewusst seine Lösung ein. Dann ist sie falsch. Es erschien uns wirklich so, als habe man alle Informationen. Die Kritik, die ich hier habe, ist, dass man nicht wirklich weiß, warum man nicht weiter kommt. Ohne zu spoilern kann ich nicht viel mehr sagen. Aber eventuell ist diese Kritik auch eigentlich eine Kritik an unserer Gruppe – schließlich haben wir nicht sonderlich gründlich ermittelt.

Das Gute

Ich bin ein Fan von Spontanität und Flexibilität. Besonders in einer Situation wie dieser, in der es vielen – wie auch mir – geschäftlich nicht sonderlich gut geht, sind diese Qualitäten sehr wichtig. Man muss sich anpassen und Wege finden, dennoch weiterzumachen. Restaurants bieten Abholservice an, Schulen schaffen Online-Unterricht… und ein Escape Room – eine Dienstleistung, die wirklich eigentlich nur vor Ort funktioniert – findet schnell einen Weg, sein Angebot auch in diesen Zeiten zu ermöglichen. Ich finde die grundsätzliche Idee klasse. In so kurzer Zeit etwas aufzustellen und damit ein Freizeitangebot mit Freunden von Zuhause aus zu ermöglichen ist super. Dabei muss man wohl auch in Kauf nehmen, dass es vielleicht nicht perfekt ist.

Auch von der Story her ist der Escape Room gut durchdacht. Die Menge und Details der Informationen ist beeindruckend. Dabei gibt es auch nicht wenige Finten, unnötige Informationen und ausgearbeitete Hintergrundgeschichten zu den einzelnen Personen. Es ist etwas verwunderlich, in welche Details mehr Energie gesteckt wurde als in andere, aber es wurde sich offensichtlich wirklich Mühe gegeben. Das finde ich, ist Lob wert.

Der Preis ist ebenfalls wirklich fair. Zu viert ist man bei €5 pro Person, das finde ich in Ordnung für etwa 1-1,5 Stunden schönen Zeitvertreib gemeinsam mit Freunden. Ob es nun aus technischen oder fairen Gründen kein Preis pro Person ist, ist da irrelevant. €20 finde ich, ist ein fairer Preis, der es dem echten Escape Room auch ermöglicht, später – irgendwann… wenn das Ganze mit der Krise mal vorbei ist… – wieder wie gewohnt zu laufen.

Zu guter Letzt will ich hinzufügen, dass man den Escape Room auch auf englisch spielen kann. Das öffnet wiederum viel mehr Türen, um mit anderen gemeinsam zu spielen. Das ist zusätzlich auch etwas, das man in einem gewöhnlichen Escape Room nicht schafft.

Fazit

Insgesamt finde ich, dass es ein netter Zeitvertreib und fast – ich sage bewusst nur fast – ein Ersatz für das normale Freizeitangebot ist. Natürlich nur ein Teil, aber jedes kleine bisschen ist doch wichtig! Man kommt zusammen und tut etwas anderes, als nur zu quatschen. Man ist verantwortungsbewusst und bleibt Zuhause, hat aber trotzdem etwas, das die Freunde zusammenbringt. Es ist eine nette Story, die in kurzer Zeit zusammengestellt wurde. Daher kann ich in dieser Rezension zum online Escape Room Ausgangssperre nur sagen: Es lohnt sich!

⭐⭐⭐⭐

Wenn ihr es ausprobieren möchtet, könnt ihr Ausgangssperre hier buchen. Ich wünsche euch viel Spaß und bleibt gesund!

Cheerio,

Anna