Rose im Tischgedeck

Manchmal überkommt es mich. Ich sitze mit einem Buch im Hängesessel auf meinem Balkon, umringt von meinen Pflanzen, mit einem Bier oder Wein in der freien Hand. Da schau ich hoch und die Bäume sind satt grün, der Himmel hellblau und nur von seidigen Wolken durchzogen und die Schwalben fliegen und singen umher. Da denke ich mir, das sind Momente, in denen man muss das Schöne schön finden kann. Ohne wenn und aber.

Das klingt romantisch und vielleicht kitschig, aber das kam mir da einfach gerade in den Sinn. Viel zu selten heißt es “Wie schön”, sondern wir blicken an dem Schönen vorbei und suchen uns das Hässliche heraus. Aber auch in den Momenten, in denen wir das Schöne schön finden, kommt nur zu schnell der Gedanke, “dieser Frieden, diese Ruhe, das ist Illusion. Es gibt so viel Leid, so viel Schmutz, so viel Ungerechtigkeit (usw.)”. So wahr das auch ist, ich finde ab und an müssen wir ein bisschen in der Illusion leben. In der Schönheit, in der Einfachheit, im wahren Leben ohne Konstrukte, ohne das Künstliche. Das sind meist ohnehin nur wenige Minuten, da dann der nächste Rollerfahrer im ersten Gang die Straße hinauf fährt und das Auge zum nervösen zucken bringt.

Der Ausblick, der den Beitrag inspiriert hat

Aber seien wir ehrlich… Die Welt kann so schön sein und wir vergessen das zu leicht dank der Medien, die uns eine wahnsinnige Kombination aus Facts & Fear präsentieren. Keine Zeitung verkauft gute Nachrichten, kein Sender die heutige Heldentat. Denn das bringt ja keine Quoten.

Ich möchte hier gar nicht irgendeine politische oder gesellschaftliche Frage stellen oder Meinung forcieren. Davon gibt es viele und darum geht es hier nicht. Aber vielleicht kann ich euch – dich – dazu inspirieren, ab und an aufzuschauen und das Schöne, das Einfache wahrzunehmen, ohne den Hintergedanken, ohne das schlechte Gewissen oder irgendeinen Handlungsdrang. Wie der Engländer so schön sagt: “Stop and smell the roses”.

In diesen Momenten, auf dem Balkon oder Sonstwo, bin ich glücklich, an das Glück erinnert zu werden und einfach auch mal das schöne Wertschätzen zu können, das Schöne schön finden eben.

In diesem Sinne:

Cheerio,

Anna 

P.S.: Es dauerte etwa 5 Minuten, bis der Rollerfahrer kam und ich mich zurück in der Realität fühlte. Aber ich habe mich fast gefühlt, als wäre ich aus einem Kurzurlaub zurückgekommen.

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